Systemische Aufstellungen

Die Menschen sind nicht nur zusammen, wenn sie beisammen sind; auch der Entfernte, der Abgeschiedene lebt unter uns.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Bild Systemische AufstellungenFamilienaufstellungen sind eine wirksame Methode, um unbewusste, nicht sprachlich-kognitiv abgespeicherte Prozesse bewusst zu machen und zu verstehen.

Beziehungskonflikte, Krankheiten oder generationsübergreifende Themen können angeschaut und daraus unbewusst übernommene Muster und Strukturen aufgelöst werden.

Versteckte Glaubensmuster beeinflussen sehr oft ihr Denken, Fühlen und Handeln. Durch eine Aufstellung erhalten Sie neue Impulse diese zu entdecken; sie ermöglicht Ihnen einen Zugang zu eigenen Ressourcen und Fähigkeiten.

Ablauf einer Aufstellung

In einer Gruppe von 8-16 Teilnehmern bringt ein Seminarteilnehmer ein persönliches Thema ein. Dieses wird in einer sogenannten „Auftragsklärung“ mit dem Ratsuchenden erörtert, meist in einem separaten Vorgespräch, um den Kern des Anliegens herauszuarbeiten. Die Aufstellungsleiterin schlägt dann vor, wer aufgestellt wird, und anschließend wird der Ratsuchende gebeten, für jede Person oder Gruppe oder Thema einen Repräsentanten auszuwählen, einschließlich für sich selbst. Er stellt die jeweiligen Personen im Raum auf und setzt sich dann und beobachtet den Prozess zuerst im Außenkreis. Nachdem sich jeder Repräsentant eingefühlt hat, beginnt die Aufstellungsleiterin die Aufstellung, indem sie jeden einzelnen Repräsentanten zu seinem Befinden, seinem Körperempfinden, seiner Präsenz im Raum etc. befragt. Die Aufstellung hat meist drei verschiedene Phasen. Zuerst wird das Problembild gestellt, dann gibt es eine Phase der Aktion der Repräsentanten, wo sich das Störungsbild durch die Repräsentanten und ihre Wahrnehmung verändert, und dann gibt es eine sogenannte Dialogphase. In diese wird der Ratsuchende, der sein Thema eingebracht hat, meist mit hinein genommen. In der Dialogphase kann der Ratsuchende versuchen, durch Ausprobieren bestimmter Sätze, die ihm u.U.von der Leiterin vorgeschlagen werden, versuchen, was für ihn auf dem Weg zur Lösung an diesem Tag möglich ist.

Nach der Aufstellung werden alle Repräsentanten aus ihren Rollen entlassen und die Gruppe hat noch kurz die Möglichkeit, dem Ratsuchenden individuell Eindrücke zu schildern, wobei es nicht um Wertung oder Ratschläge geht, sondern um Wahrnehmung seitens der Teilnehmer.

In einer systemischen Aufstellung begleitet die Aufstellungsleiterin nur die Aufstellung, die Arbeit wird von den Repräsentanten gemacht.

Aufstellungsseminare

Ich halte mehrere Male im Jahr Aufstellungsseminare. Meistens ist eine Aufstellung eingebettet in einen therapeutischen Prozess. Es ist mir sehr wichtig in meiner Arbeit, dass ich den Ratsuchenden vermittle, dass sie selbst entscheiden, wie weit sie an diesem Tag gehen wollen. Es geht dabei nicht um meine Vorstellung einer Lösung, was möglich wäre, sondern der Ratsuchende hat die ihm eigene Lösung dabei und ich helfe sie ihm zu bergen. Deshalb rückversichere ich mich auch immer wieder während der Aufstellung, ob der Ratsuchende im Prozess mitkommt, oder, falls sich innerhalb der Aufstellung zeigt, dass es ein verdecktes Problem gibt, ob wir gemeinsam weiterarbeiten können.

Ich versuche die Grenzen meiner Klienten zu achten und weise immer darauf hin, dass ich mich bemühe absichtslos und mit größtmöglicher Wertschätzung und lösungsorientiert zu arbeiten damit der Ratsuchende nicht überfordert wird. Meine jahrelange Arbeit auf diesem Gebiet hat gezeigt, dass mit Hilfe dieser Methode sehr viel möglich ist, was im eindimensionalen Dialog nicht machbar wäre.